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BeitragVerfasst: 20.03.2013, 12:05 
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Hans Gabriel


Des Teufels Fluch oder die schwarze Spinne


Eine Fantaschtisch Geschichte.

Die Geschichte beginnt mit einer Tauffeier auf einem Bauernhof, in deren Verlauf ein paar Gäste vor dem Haus spazieren gehen. Dabei fällt der Taufpatin auf, dass an dem Neubau des Bauernhofes ein alter, schwarzer Fensterpfosten mit eingebaut worden ist. Auf ihr Bitten hin erzählt der Großvater, was es mit dem Pfosten auf sich hat.
Das Dorf gehörte einige Jahrhunderte zuvor zum Lehen des Ritters Hans von Stoffeln, der die Bauern zu härtesten Frondiensten zwang. Durch Ordensbrüder angestachelt, verlangte Hans von Stoffeln immer aberwitzigere Arbeiten, zuletzt aus Angeberei die Umpflanzung von Bäumen auf einen Berg als Schattengang; diesen Auftrag knüpfte er an eine derart kurze Frist, dass sie die Bauern unmöglich erfüllen könnten, ohne ihre eigene Hofarbeit zum Erliegen zu bringen und auch Hunger zu leiden. In dieser Notlage bietet er, Leviatan in Gestalt eines wilden Jägers seine Hilfe an. Als Lohn will er ein ungetauftes Kind. Nach der Beratung aller Bauern stimmen diese zu, die zugezogene Bäuerin Christine geht den Pakt ein, als dessen Besiegelung sie einen Kuss auf die Wange erhält. Tatsächlich erledigt der Jäger die Aufgabe mit seinen dämonischen Kräften und fordert seine Bezahlung. Als ein Kind geboren wird, rettet der Pfarrer durch die Taufe das Kind sofort nach seiner Geburt. Christine spürt danach auf ihrer Wange einen brennenden Schmerz: Dort, wohin der wilde Jäger sie geküsst hat, entsteht ein schwarzer Fleck, der anschwillt und zu einer schwarzen Spinne wird. Nachdem ein nächstes neugeborenes Kind getauft wird, bricht ein Unwetter aus und viele kleine Spinnen schlüpfen aus dem aufplatzenden Mal auf Christines Gesicht. Im Dorf verbreitet sich das Unheil, das Vieh stirbt in den Ställen. So erinnerter Leviatan an die Erfüllung des Vertrages. Als man beschließt, das nächste Neugeborene zu opfern, geht das Viehsterben zunächst zurück. Christine will das Neugeborenen Leviatan bringen, doch der Priester besprengt es sofort mit Weihwasser. Christine schrumpft zu einer Spinne, die den Pfarrer berührt und dadurch tötet. Nun mordet die Spinne unaufhaltsam Mensch und Tier, einschließlich Hans von Stoffeln und die Ordensritter; Flucht und Gegenwehr erweisen sich als zwecklos. Eines Nachts ergreift die Mutter des betroffenen Kindes die Spinne, als diese ihr Haus aufsucht, drückt sie in ein Loch in den Fensterpfosten und schließt dieses durch einen Zapfen. Auch diese Frau stirbt durch die Berührung mit der Spinne, aber Ruhe und Frieden kehren in das Tal zurück.
Als der Großvater die Geschichte mit diesen letzten Satz beendete, sah er, dass die Gäste nur widerwillig an den Tisch zurück kehrten, denn sie fürchten sich nun vor dem Haus. Somit fühlt sich der Großvater dazu verpflichtet die Geschichte fertig zu erzählen: In den folgenden Jahrhunderten leben die Menschen zunächst gottesfürchtig, doch mit der Zeit fallen viele der Talbewohner wieder in gottloses Verhalten. Schließlich befreit ein bösartiger Knecht, der die Mägde unter seiner Knute halten will, die Spinne, und diese, tötet fast alle Bewohner des Dorfes. Bei der nächsten Geburt rettet Kirsten, der Herr des verantwortlichen Knechts, das Kind vor Leviatan, fängt die Spinne und verschließt sie wieder in ihrem alten Gefängnis. Diesen Einsatz bezahlt auch er mit seinem Leben, doch er stirbt in „Gottes Frieden“. Im Tal herrscht daraufhin wieder Friede und Gottesfurcht. Obwohl das Haus mehrmals neu aufgebaut wurde, wurde dieser Pfosten immer wieder mit eingebaut, um den alten Segen zu bewahren. Als wieder ein neues Haus gebaut wurde, fügte auch der Großvater den alten Fensterpfosten mit ein. Nun schwand alle Furcht der Gäste und die Tauffeier ging noch gemütlich und beschwingt bis zum späten Abend weiter.
ENDE

© by Hans Gabriel (de Molay) 20 13


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